Wie schnell schmilzt das Eis der Arktis? Diese Frage beschäftigt Geo- und Klimaforscher gleichermaßen. Die Antwort finden die Wissenschaftler in den Schwerefelddaten unseres Planeten. Satelliten senden sie in regelmäßigen Abständen an die Bodenstationen auf der Erde.
Aus diesen Daten lässt sich beispielsweise die Dicke der polaren Eisschichten berechnen, da sich Massen gegenseitig anziehen – und das umso stärker, je schwerer die Massen sind. Schmilzt also das Eisschild an den Polen, verringert sich seine Masse und der Satellit wird weniger stark angezogen. Gemessen über die Zeit kann so verfolgt werden, ob sich die Anziehungskraft und damit die Dicke des Grönland- oder auch des Antarktiseises im Laufe der Jahre verändert hat.
Wissenswert: Ein Satellit wird auf seinem Flug von der Erde angezogen. Die Stärke der Anziehungskraft aber variiert je nach Bodenbeschaffenheit. Überfliegt er in vielen Kilometern Höhe beispielsweise ein massives Gebirge, steigt die Anziehungskraft der Erde. Der Satellit kommt der Erdoberfläche näher. Fliegt er hingegen über einen Ozeanischen Rücken, wo die Erdkruste dünn und leicht ist, verringert sich die Anziehungskraft wieder. Der Satellit steigt auf.
